Diskussion um ICE-Werk im südlichen Landkreis Fürth

Eine schwierige Situation: Es geht um die Standortsuche nach einem ICE-Werk im Umkreis zu Nürnberg. Dieses ICE-Werk soll zur Verkehrswende beitragen. Schnellzüge sollen gewartet, geputzt und geprüft werden. Im Prinzip eine gute Sache. Aber sind Raitersaich oder Buchschwabach im Marktgebiet Roßtal die richtigen Standorte? Für ein derart großes Bauprojekt?

Bereits im Frühling 2020 gab es erste Gerüchte: Sucht die Deutsche Bahn potentielle Standorte im ländlichen Gebiet der Landkreise Rohr, Ansbach oder Fürth? Kaum vorstellbar. Denn die Eingriffe in die Natur wären immens. Und ein Invest von ca. 400 Mio Euro auf dem ruhigen Land? Eher unwahrscheinlich. Doch nur wenige Wochen später war es Fakt: Neben 6 weiteren Standorten im Umkreis von Nürnberg hat die Deutsche Bahn drei potentielle Standorte im Landkreisdreieck Roth, Ansbach und Fürth im Blick. Auf den ersten Eindruck wirkt das Vorhaben interessant. Denn aufgrund des technologischen Wandels ist mit dem Verlust von Arbeitsplätzen in der Region Nürnberg und Fürth zu rechnen. Hier böte die Verkehrswende willkommene Alternativen. Doch wie sinnvoll ist ein ICE-Werk fernab der ICE-Haltestelle Nürnberg?

FDP Fürth bezieht Position zur Standortdiskussion

Die FDP weiß um die Notwendigkeit von Engagement und Investitionen in Arbeitsplätze, Mobilität und Umweltschutz. Allerdings müssen diese Maßnahmen verhältnismäßig und am richtigen Standort sein. Das Gebiet um Roßtal, Müncherlbach und Heilsbronn ist aus Sicht der FDP Fürth der falsche Standort.

  1. Die Bahnstrecke Ansbach-Nürnberg ist gleistechnisch vielfältig frequentiert. Auf dieser Strecke verkehren sowohl Güterzüge als auch Personenzüge in schneller Taktung.
  2. Es kommt durch Wartungs- und Reparaturarbeiten am Gleis immer wieder zu Ersatzverkehr und Verspätungen. Technische Störungen und sogar Unfälle mit Objekt oder Person im Gleis haben in den letzten Jahren immer wieder zu Streckensperrung geführt. Die meist zweigleisige Strecke führt häufig durch bewaldetes oder eingekesseltes Gelände. Daher wäre eine Standortsuche in flexibler befahrbarem Gebiet sinnvoller.
  3. Die Umwelteingriffe zum Bau der Anlage wären für das ländliche Gebiet immens. Bei einem Spaziergang nahe des Geländes oder während einer Fahrt auf der naheliegenden B14 wird deutlich, welche Ausmaße und Höhendynamik überbaut würden. Ebenso wird die Lebensgrundlage einiger Landwirte zerstört.
  4. Die Standorte um das Marktgebiet Roßtal leisten bereits viel für Wirtschaft und Umweltschutz. Neben Vorrangflächen für erneuerbare Energien wurde im Marktgebiet Roßtal erst kürzlich eine erhebliche Fläche für ein innovatives Neubauprojekt zur Verfügung gestellt.
  5. Es gibt chancenreiche Alternativen für das Bauvorhaben. An einem dieser alternativen Standorte wäre zugleich eine seit Jahren ausstehende Geländesanierung möglich.

Viele Gesichtspunkte sprechen gegen die Fokusierung des Landkreisdreiecks Roth, Ansbach und Fürth als Betriebsstandort.

Wir sprechen uns für einen Bau in Nähe zum Nürnberger Hauptbahnhof aus, da dieser auch der Grund für die Notwendigkeit dieses Werkes ist. Das Muna-Gelände südlich von Nürnberg bietet sich hier sehr gut an.

Die Stimmung lokal und medial

Zusammenfassend ist festzustellen, dass im Umkreis der potentiellen Standorte die Ablehnung durch die Bevölkerung hoch ist. Vor Ort nachgefragt wird auch verständlich, warum dem so ist. Die hohen Teilnehmerzahlen an Kundgebungen und in Gruppen der sozialen Medien erlauben Außenstehenden einen guten Einblick in die Stimmung vor Ort. Im Gegensatz dazu wird in den online-Kommentaren der Pressemeldungen das mögliche ICE-Werk häufig befürwortet. Kritisiert wird dort oft das Sankt-Florian-Prinzip. Oder die Doppelmoral zwischen Forderungen nach Verkehrswende und der lokalen Ablehnung des Projekts. Zugleich legt die Deutsche Bahn viel Wert auf offene Kommunikation. Der FDP sind Meinungsaustausch und sachliche Entscheidungen wichtig. Zur fortlaufenden Meinungsbildung ist ein Vor-Ort-Besuch empfehlenswert.

Einblick zur weiteren Beobachtung und Meinungsbildung

Meinungsbildung, Diskussion sowie Einblicke in den aktuellen Stand ist auch den Menschen vor Ort wichtig. Hierzu fanden bereits zahlreiche Treffen und Veranstaltungen statt. Aktuell geplant ist eine große Veranstaltung mit Positionsbezug durch Verbände, Parteien und lokale Sprecher. Am 14.08.2021 ab 19Uhr am Sportplatz in Raitersaich. Link zur homepage der Initiative mit weiteren Informationen (link)

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