Katja Hessel MdL ist nicht nur mittelfränkische Landtagsabgeordnete, sondern Staatssekretärin und somit Mitglied der Bayerischen Landesregierung. Daher unterschied sich die Diskussion ein wenig von "normalen" politischen Diskussionsrunden, bei denen meist die tagespolitischen Themen und nicht selten die Außendarstellung der Partei im Vordergrund stehen.
Nach der Begrüßung durch die Kreisvorsitzende der FDP Fürth, Agnes Meier, stellte Katja Hessel MdL als Einleitung das 115 Millionen Euro schwere Strukturprogramm Nürnberg-Fürth vor, das meist im Zusammenhang mit der Quelle-Insolvenz genannt wird. Dabei muss das Programm eher als Zukunftsprojekt für die gesamte Metropolregion gesehen werden, da es inhaltlich kaum etwas mit den kürzlich verloren gegangenen Arbeitsplätzen zu tun hat und stattdessen langfristige Ziele verfolgt.
Zwar wurden zehn Millionen Euro zur Investitionsförderung bereitgestellt, die dazu beitragen, neue Jobs zu schaffen und das Gewerbe in Fürth direkt unterstützen. Doch das meiste Geld wird für Technologie und Forschung verwendet, darunter allein 50 Millionen Euro für den neuen Energiecampus. Die Staatsregierung unterstützt damit den Strukturwandel in der Region, um zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen und den Modernisierungsprozess in Fürth zu unterstützen, wie mit dem anwendungsnahen Partikelzentrum der "Neue Materialen Fürth."
Im weiteren Verlauf wurde beispielsweise der Umzug des Landesamtes für Statistik nach Fürth angesprochen, um dann die tatsächlichen Möglichkeiten des Bürokratieabbaus zu erörtern. Staatssekretärin Hessel konnte hierbei aus ihrer Tätigkeit im Wirtschaftsministerium, wie auch aus ihrem Beruf als Fachanwältin für Steuerrecht erklären, dass darunter aus Sicht der Verwaltung etwas anderes verstanden werden könne, als aus Sicht des Bürgers. Es sei nicht damit getan, Zuständigkeiten zu ändern, man müsse die tatsächlichen Prozesse so vereinfachen, dass sie in der Praxis sichtbar werden.
Gerade in Bezug auf das Steuerrecht konnte der Ortsvorsitzende der FDP Fürth-Stadt, Stephan Eichmann - ebenfalls Anwalt - dem Gespräch interessante Aspekte hinzufügen. Auch Norbert Eimer, ehemaliger Bundestagsabgeordneter, Stadtrat Kurt Georg Strattner, sowie der Ehrenvorsitzende der FDP Fürth, Hans Rösler, bereicherten die Diskussion mit ihrer jahrzehntelangen politischen Erfahrung.
Katja Hessel MdL beschränkte sich jedoch nicht darauf, ein
Expertengespräch zu führen, sondern nahm sich viel Zeit für die Fragen aller Anwesenden und legte die komplexe Materie - wie auch die Arbeitsweise der Staatsregierung - auf anschauliche Weise dar. Die Bayerische Wirtschaftsstaatssekretärin gab auf diese Weise einen interessanten Einblick in ihre Arbeit. Die Politik des Wirtschaftsministeriums und der Bayerischen Liberalen konnte anhand der getroffenen Entscheidungen und der zukünftigen Herausforderungen gut nachvollzogen werden. Zur Halbzeit konnten die "Fürther Sommergespräche" mit zwei hochkarätigen Veranstaltungen Abwechslung ins politische Sommerloch bringen. Das nächste Gespräch mit Marina Schuster MdB in Oberasbach wird sich dann wieder dem aktuellen politischen Geschehen widmen, wenn gefragt wird: "Was ist los in Berlin?"




