FDP Fürth - In Bildung und Forschung investieren

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  • In Bildung und Forschung investieren

    (26.08.2010) Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch hat in einem Gastkommentar für die Welt davor gewarnt, bei den aktuell notwendigen Sparmaßnahmen den Rotstift ausgerechnet beim Bereich Bildung und Forschung anzusetzen. Die Zukunftsaussichten unseres Landes stünden auf dem Spiel.

Der Artikel im Wortlaut:

Investiert in die Wissenschaft!

Ein ausgeglichener Haushalt ist ein wichtiges Ziel, weil er verhindert, dass wir auf Kosten kommender Generationen leben. Gefährlich wird es, wenn wir mit falschen Sparentscheidungen Investitionen in Bildung und Forschung zurückfahren und so die Zukunftsaussichten unseres Landes beschneiden. Die Hochschulen stehen aktuell vor historischen Herausforderungen. In den nächsten Jahren streben die letzten geburtenstarken Jahrgänge Deutschlands an die Universitäten. Verstärkt wird dieser Run noch durch die doppelten Abiturjahrgänge durch die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre. In Bayern ist es 2011 so weit. Die jungen Leute stehen jetzt vor dem Abitur. Sie wollen jetzt studieren. Sie brauchen jetzt eine gute Ausbildung. Da können wir nichts verschieben. Da lässt sich nichts mehr nachholen. Da zählt jetzt jedes Jahr!

Eine aktuelle Prognos-Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) prognostiziert für Bayern bis zum Jahr 2030 eine Arbeitskräftelücke von 1,1 Millionen Personen. Kumuliert würde dies einen Wohlstandsverlust von etwa 650 Milliarden Euro bedeuten. Der Studie zufolge steigt gerade die Nachfrage nach Erwerbstätigen mit Hochschulabschluss stark an. Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht wäre es daher fahrlässig, diese vorerst letztmalige Chance zur Erhöhung des Akademikeranteils nicht zu nutzen. An den Hochschulen ist zudem eine Umwälzung von lange unterschätztem Ausmaß im Gang: die Umstellung der Fächerstruktur auf Bachelor/Master mit deutlich höheren Lehr- und Prüfungsbelastungen. Die Entscheidung für die Bologna-Reform war angesichts der rasant zusammenwachsenden Wissenschaftswelt richtig und ohne Alternative. Diesen Prozess anzustoßen, ohne den Hochschulen dafür zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen, war aber ein Fehler.

Um dem demografischen Wandel zu begegnen, müssen sich die Hochschulen außerdem für ganz neue Zielgruppen öffnen. Nur so können wir langfristig dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Deshalb haben wir die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um qualifizierten Berufstätigen auch ohne Abitur den Zugang zu den Hochschulen zu ermöglichen. Dazu braucht es neue, kapazitätsintensive Angebote, wie das berufsbegleitende Studium oder spezielle Vorkurse. Die bayerische Bildungslandschaft der Zukunft muss bunter sein. Katastrophal wäre es, wenn wir sie mit dem Rotstift ausmalen.

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