FDP Fürth - Hans Rösler für 65 Jahre Mitgliedschaft in der FDP geehrt

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  • Engagement für die liberale Sache

    Hans Rösler für 65 Jahre Mitgliedschaft in der FDP geehrt

    (11.04.2011)

    Amberg - Für seine 65-jährige Mitgliedschaft in der FDP wurde der Ehrenvorsitzende der Fürther FDP, Hans Rösler, auf dem Landesparteitag der FDP Bayern geehrt. Die gerade mit 91 Prozent der Stimmen wiedergewählte Vorsitzende der bayerischen Liberalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, dankte ihm für sein langjähriges Engagement.
Hans Rösler ist im Jahr 1946 in der damaligen Ostzone in die FDP eingetreten und wurde 1948 vom sowjetischen Geheimdienst wegen seiner Kontakte zur bayerischen und Westberliner Schwesterpartei verhaftet. Wegen antisowjetischer Propaganda, konterrevolutionärer Konspiration und politischer Spionage wurde er zu 25 Jahren Haft verurteilt, von denen er mehr als acht Jahre im Gefängnis verbringen musste, bis Thomas Dehler und Hans-Dietrich Genscher seine Freilassung erreichen konnten.

Hans Rösler war während seines jahrzehntelangen Engagements für die Liberalen unter anderem Landesvorsitzender der bayerischen Jungdemokraten. Ab 1976 war er 21 Jahre lang Hauptgeschäftsführer der FDP Bayern und danach über viele Jahre Kreisvorsitzender in Fürth. Für seine Leistungen erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Auch heute noch setzt er sich als Ehrenvorsitzender der Fürther FDP tatkräftig für die liberale Sache vor Ort ein.

In seiner Rede auf dem Landesparteitag in Amberg ging Rösler auf die aktuelle Situation der Liberalen ein und gab zu bedenken, dass die FDP in der Vergangenheit immer für einen ganzheitlichen Liberalismus stand, auf den sich die Partei zurückbesinnen müsse. Ein umfassender Freiheitsbegriff beinhalte gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Themen gleichermaßen. Aufgabe der FDP sei es einerseits, der Wirtschaft vernünftige Rahmenbedingungen vorzugeben, andererseits müsse sie die Sozialpolitik im Sinne Friedrich Naumanns aus Sicht der Schwächeren innerhalb der Gesellschaft sehen.

Angesichts der aktuellen Politik mahnte Hans Rösler, dass sich viele Vorstellungen, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Bezug auf die Demokratie entwickelt wurden, heute nicht mehr erkennen lassen. Er forderte deshalb - sowohl an die Regierungskoalition, als auch an die Opposition gerichtet - zu einem Umgang miteinander zurückzufinden, der sich durch eine "Toleranz der Ideen" im gesamten demokratischen Parteienspektrum auszeichnet.

Nach Meinung Röslers hat es die FDP in letzter Zeit versäumt, ihre Ziele ausreichend zu diskutieren
und hat Kritik zu sehr durch die Presse in die Öffentlichkeit getragen, anstatt sie innerhalb der Gremien deutlich anzusprechen. Die Liberalen müssten nun intern an einer Lösung der Probleme arbeiten, was aber nicht von heute auf morgen zu erreichen sei. "Wenn ich aber die vielen Jungen Gesichter hier sehe, habe ich um die Partei keine Angst," so Hans Rösler abschließend. Er habe während seiner Mitgliedschaft bei der FDP so manches Tief miterlebt. Die derzeitige Lage sei zwar schwierig, aber keineswegs einmalig. Wie schon zuvor lasse sie sich dann überwinden, wenn sie gemeinsam angegangen wird.