Agnes Meier, Kreisvorsitzende der FDP Fürth "Zwischen Gefangenschaft und Freiheit. Streiflichter durch ein politisches Leben". Unter diesem Motto fasste die Kreisvorsitzende der Fürther FDP, Agnes Meier, die Feier zur Ehrung Hans Röslers zusammen. In ihrer Ansprache ließ sie aus den übersetzten Protokollen und Gerichtsakten der sowjetischen Besatzungsmacht, aber auch aus Briefen Hans Röslers während seiner achtjährigen Haft, zitieren.
Zuvor thematisierte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger den Lebensweg Hans Röslers und ging dabei vor allem auf dessen Leistungen als Landesgeschäftsführer der FDP Bayern und die Arbeit am Grundsatzprogramm der bayerischen FDP ein. Sie erinnerte aber auch an die Erfahrungen Röslers seit dem Zweiten Weltkrieg, über die anschließende Vertreibung und die Gefangenschaft in der sowjetischen Besatzungszone, bis zu seiner Freilassung und Ausreise in die Bundesrepublik.
Festrede von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Es sei für Hans Rösler damals selbstverständlich gewesen, in die FDP als einzig liberale Partei einzutreten, merkte die Bundesjustizministerin an. Die Erfahrung der Unfreiheit unter zwei totalitären Regimen und die Inhaftierung auf Grund seines Einsatzes für die Freiheit und gegen die kommunistische Unterdrückung prägten Rösler in seinem unermüdlichen Einsatz für die liberale Sache.
Die Bundesjustizministerin sprach damit in ihrer Festrede einen Punkt an, den auch die anderen Gratulanten, darunter der Landesvorsitzende der FDP Thüringen, Uwe Barth MdL, aufgriffen: Hans Rösler wurde verurteilt, weil er sich für seine Überzeugungen einsetzte
Uwe Barth, Landesvorsitzender der FDP Thüringen und seine Freiheit verteidigen wollte. Sein Urteil, gegen das er sich während des Prozesses vor einem sowjetischen Gericht nicht verteidigen konnte, lautete auf 25 Jahre Zuchthaus wegen antisowjetischer Propaganda, konterrevolutionärer Konspiration und politischer Spionage. Der Todesstrafe entkam er nur, weil Stalin diese aus reinen Propagandazwecken für ein Jahr ausgesetzt hatte.
Nach seiner Freilassung und Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland, die den Bemühungen von Thomas Dehler und Hans-Dietrich Genscher zu verdanken war, engagierte sich Hans Rösler erst für die Jungdemokraten in Bayern, die ihn zu ihrem Landesvorsitzenden wählten. Zudem beteiligte er sich Anfang der 1970er Jahre als Reformer innerhalb der bayerischen Liberalen entscheidend an der Organisation der Grundsatzdebatte und der Ausarbeitung des Grundsatzprogramms der FDP Bayern, deren Hauptgeschäftsführer er 1976 wurde und 21 Jahre lang blieb.
Hans Rösler
Als sehr großes persönliches Glück empfand es Hans Rösler, die Wiedervereinigung miterleben zu können, an die er immer glaubte und sie auch im politischen Bewusstsein erhalten wollte. Den JuLis Thüringen - deren Ehrenmitglied er ist – half Rösler beim Aufbau nach der Wende und auch zum FDP Kreisverband Saale-Holzland hat er noch immer gute Kontakte, weshalb viele der zahlreichen Gäste, aus dem Nachbarbundesland nach Stein kamen.
Während seiner eigenen Rede demonstrierte Hans Rösler dann erneut, wie sehr er sich nach wie vor mit ganzer Überzeugung für die liberale Sache einsetzt. Dabei ist er nicht nur ein engagierter, sondern auch ein stets kritischer Liberaler geblieben, der seine Partei immer wieder dazu auffordert, die eigenen Positionen zu hinterfragen und nicht auf der Stelle zu treten. Und natürlich bleibt er dabei immer ein „cooler Typ“, wie es die Kreisvorsitzende der Nürnberger FDP, Dr. Christiane Alberternst, ausdrückte.
Marina Schuster MdB, Katja Hessel MdL, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger MdB, Hans Rösler, Agnes Meier, Rainer Erdel MdB




