FDP Fürth - Entspannter Abschluss der ''Fürther Sommergespräche'' mit Rainer Erdel MdB

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  • Politik und Geschichte beim Altstadtfest Langenzenn

    Entspannter Abschluss der ''Fürther Sommergespräche'' mit Rainer Erdel MdB

    (11.09.2010) Langenzenn – Mit einem Besuch von Rainer Erdel MdB auf dem Langenzenner Altstadtfest gingen die Sommergespräche der FDP Fürth in entspanntem Rahmen zu Ende.

    Der Bundestagsabgeordnete aus Dietenhofen sprach über die Reform der Bundeswehr, informierte über die Lage in Afghanistan und besichtigte mit großem Interesse das Heimatmuseum.

Die Fürther Sommergespräche boten insgesamt ein abwechslungsreiches Programm: Thomas Hacker MdL berichtete über die Arbeit der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, Katja Hessel MdL stellte detailliert die Wirtschaftspolitik der Staatsregierung dar und Marina Schuster MdL fasste die Herausforderungen in der Bundespolitik zusammen. Bei Rainer Erdel MdB standen nun auch Geschichte und Kultur auf dem Programm.

Der Ortsvorsitzende der FDP Langenzenn, Johann Tiefel, sorgte für einen abwechslungsreichen Nachmittag und organisierte neben dem Besuch am Stand des FDP-Ortsverbandes Langenzenn auf dem Altstadtfest eine Besichtigung des Heimatmuseums, das eine umfangreiche Sammlung von Originalgegenständen aus allen Epochen zeigt, darunter auch Fundstücke aus der frühen Steinzeit. Zudem wird die Entwicklung der Stadt vom Mittelalter bis zur Industrialisierung nachgezeichnet. Anlässlich des 600-jährigen Jubiläums des Augustiner-Chorherrenstifts Langenzenn im Jahr 2009 ist eine Sonderausstellung zu sehen, die sich der bewegten Geschichte der Langenzenner Stadtkirche widmet, die einst als katholische Klosterkirche gegründet wurde und mit ihrer "Schwarzen Maria von Langenzenn" zum Wallfahrtsort wurde. Die Spur dieser verlorengegangenen Marienstatue, die einen schweren Brand im Jahr 1388 beinahe schadlos überstand, wurde mittlerweile von engagierten Heimatforschern bis in die letzten Tage des zweiten Weltkriegs zurückverfolgt - gefunden wurde sie jedoch noch nicht.

Rainer Erdel MdB zeigte sich sehr interessiert an den detailreichen Schilderungen, die sich im späteren Verlauf vor allem mit dem Einfluss verschiedener Volksgruppen, des Handwerks und der Industrie auf die Region befassten. "Integration und der Mittelstand – diese Themen werden schon seit Langem diskutiert und werden auch in Zukunft von größter Bedeutung sein", so das Resümee des Abgeordneten.

Nach der Führung durch das Museum kam Rainer Erdel MdB mit Besuchern des Altstadtfestes ins Gespräch, denen ein kleines Detail auffiel: Erdel trug die ''Gelbe Schleife'' aus Solidarität der Gesellschaft mit unserer Bundeswehr. Als Oberst der Reserve und Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestag es ist es ihm wichtig, die Leistung unserer Soldaten zu würdigen, vor allem derjenigen, die sich in Auslandseinätzen befinden.

Die Besucher werteten dies als richtiges und notwendiges Zeichen und kamen natürlich schnell auf den Einsatz in Afghanistan zu sprechen, dessen Ziele sie für sinnvoll erachteten – zumal der Besuch Rainer Erdels auf den Jahrestag der verheerenden Anschläge vom 11. September 2001 fiel. Dennoch waren auch große Sorgen hinsichtlich der Entwicklung Afghanistans zu spüren, auf die Rainer Erdel MdB sehr genau eingehen konnte, da er das Land vor kurzem selbst bereiste.

In der Region Mazar-e Sharif besuchte er die Bundeswehr, sprach mit deutschen Polizisten, die zu Ausbildungszwecken im Land sind und besichtigte Hilfsprojekte. Rainer Erdel MdB berichtete, dass der Einsatz der Bundeswehr von der überwiegenden Mehrheit der Afghanen positiv betrachtet werde, die Gefahrenlage jedoch weiterhin sehr diffus sei, da die Taliban nicht in herkömmlichen Strukturen organisiert seien und von der Zivilbevölkerung schlicht nicht unterschieden werden könnten.

Anhand einer Schule, die mit deutscher Hilfe eröffnet werden konnte, beschrieb Erdel die schwierige Lage im Land. Einerseits wollen viele Eltern ihre Kinder in die Schule schicken, andererseits setzen sie sich dadurch der Gefahr aus, von den Taliban bedroht zu werden, die vor allem verhindern wollen, dass Mädchen zur Schule gehen. So wurde diese Schule, die Rainer Erdel MdB ebenfalls besuchte, kurz nach ihrer Eröffnung von den Terroristen zerstört. Die Bevölkerung wollte jedoch dem Druck der Taliban nicht nachgeben und baute die Schule, geschützt von deutschen und afghanischen Kräften, umgehend wieder auf. Das Engagement der Bundeswehr in Afghanistan werde weiterhin gebraucht und sei auch gewünscht, so Erdel.

Hinsichtlich der Reform der Bundeswehr zeigte sich Rainer Erdel MdB positiv gestimmt, da nun eine gemeinsame Linie in der Koalition gefunden scheint. Am Morgen vor dem Besuch Rainer Erdels in Langenzenn wurde bekannt, dass der bayerische Ministerpräsident nun seine Meinung geändert hatte, sich nicht länger sperrt und die von der FDP und dem Verteidigungsminister befürwortete Aussetzung der Wehrpflicht ebenfalls für sinnvoll hält. Damit ist ein weiterer Schritt getan, die Strukturen der Bundeswehr zu reformieren und sie an die tatsächlichen Aufgaben anzupassen.

Zum Abschluss des Besuches durfte es nicht fehlen, dass Rainer Erdel MdB bei einem Rundgang über das Altstadtfest einige der kulinarischen Spezialitäten kostete und noch ein wenig den spätsommerlichen Nachmittag genoss. Das letzte Sommergespräch fand passender Weise in der letzten Woche der Sommerpause statt, nun geht der parlamentarische Alltag wieder los.

Insgesamt lässt sich ein äußerst positives Fazit der "Fürther Sommergespräche" ziehen. Während das politische Geschehen den Sommer über ein wenig zur Ruhe kam, konnten zahlreiche Bürger direkt mit den Abgeordneten vor Ort sprechen. So entstanden viele interessante Diskussionen, die die Politik der Liberalen aus verschiedensten Blickwinkeln beleuchteten und zum besseren Verständnis der aktuellen Herausforderungen beitrugen.